Bodengutachten


umgangssprachliche Bezeichnung für den geotechnischen Bericht, dessen Durchführung für Neubauten in Deutschland seit 2008 Pflicht ist. Da es die Tragfähigkeit des Bodens zur Planung der Fundamente bestimmt, wird es auch Baugrundgutachten oder Gründungsgutachten genannt (oder zusammengefasst Baugrund- und Gründungsgutachten). In dem von einem Sachverständigen für Geotechnik erstellten Gutachten wird also die Belastbarkeit des Baugrunds ermittelt. Dazu werden mittels Bohrungen Bodenproben entnommen. Bei einem klassischen Einfamilienhaus wird meist an den gegenüberliegenden Ecken der späteren Bodenplatte bzw. Kellerdecke eine Bohrprobe entnommen. Untersucht wird darin die Zusammensetzung des Bodens (Schichtenfolge) und ab welcher Tiefe Grundwasser vorhanden ist, was besonders wichtig bei Bau mit Keller ist (Abdichtungen / weiße Wanne). Die Wasser-Thematik wird unter dem Begriff Hydrogeologie zusammengefasst und enthält auch Angaben zum Versickerungsverhalten des Bodens. Außerdem werden Standsicherheit des Untergrunds, Schadstoffbelastung/Altlasten (optional) und bodenmechanische Kennwerte (Bodenkennwerte) ermittelt: Bodenklasse nach DIN 18300, Reibungswinkel φ (°), Kohäsion cal c´ (kN/m²), Steifemodul ES (MN/m²), Wichte cal γ (kN/m³) oder Durchlässigkeitsbeiwert kf (m/s).
Anhand der Ergebnisse werden Gründungsempfehlungen und Hinweise zur Baugrubenausbildung gegeben, d.h. wie die Erdbauarbeiten und Bodenplatte vorzubereiten sind.

Bodengutachten (Wikipedia-Artikel)

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