Tag 12: Materialienschlacht mit 142 Dämmwollrollen und 5,5 Tonnen Rigipsplatten


Verputzarbeiten Haustürwand

Verputzarbeiten Haustürwand

An diesem Freitag war enormer Betrieb an der Baustelle, drei Gewerke oder Themen wurden gleichzeitig beackert: Elektro-Rohinstallation, Verputz und Lieferung aller Ausbaumaterialien.

Schauen wir uns zuerst die Fortsetzung der gestrigen Elektroarbeiten an. Die Elektriker verlegten die letzten Kabel und nahmen den Feinschliff vor, bevor es ans obligatorische abschließende Aufräumen ging. Das Ganze ging erstaunlich schnell vonstatten, was durch meine Nachfrage bestätigt wurde: „Wir hätten auch gestern schon fertig werden können, wollten heute aber nicht noch auf eine neue Baustelle fahren und gehen nun ins Wochenende.“ Das war ca. um 10:30 Uhr. Ja, das Handwerkerleben kann auch entspannt sein. Die Elektro-Rohinstallation war damit abgeschlossen. Die Firma wird nach dem Trockenbau wieder anrücken, um alle Leitungen an den Hauptanschluss und Sicherungskasten anzuschließen.

Verputzarbeiten Westwand

Verputzarbeiten Westwand

Derweil waren die Verputzer kräftig bei der Arbeit, unterstützt von einer „Verputzmaschine“, mit deren Hilfe die sto-Säcke aufgebrochen und zusammen mit Wasser zur Verputzmasse gemischt wurden. Bis zum Mittag verputzten sie zuerst die Haustürwand (Ostseite) und danach die gegenüberliegende Westseite. Dann gingen auch sie ins Wochenende.

Parallel erhielten wir nach und nach die Materiallieferungen. Los ging es ca. 9 Uhr mit den Rigipsplatten (Knauf Diamant). Der LKW-Fahrer fand zuerst unsere Adresse nicht. Dann tauchte er auf der Gartenseite auf und wir konnten ihm zurufen, dass er von der anderen Seite des Baugebietes von vorne auf unsere Zufahrtsstraße kommt. Danach war er länger verschollen, bis wir plötzlich von weitem ein großes Flurförderzeug (ja, das heißt so), also umgangssprachlich Gabelstapler, anfahren sahen (siehe Bild).

Verputzermaschine, Steinwolle und Rigipsplatten

Verputzermaschine, Steinwolle und Rigipsplatten

Damit brachte er die erste Palette Rigipsplatten, bestehend aus 50 Platten mit einer Größe von jeweils 2,67×1,25m (und nicht 1,335×1,25m wie laut Ausbauanleitung) mit einer Höhe/Dicke von 12,5 mm. Das Gesamtgewicht der 192 Platten beträgt laut Lieferschein 5447 kg (ergibt 28,37 kg pro Platte), also knapp 5,5 Tonnen Rigipsplatten! Dazu kamen noch 6 Säcke Fugenfüller á 25 kg (macht 150 kg), 29 Rollen Glasfaser-Fugendeckstreifen á 25 m (ergibt 725 Meter) und 14 Pack Schnellbauschrauben 3,9×30 mm á 1000 Stück/Paket (ergibt 14.000 Schnellbauschrauben mit einem Gewicht von 27 kg).
Das Gesamtgewicht der Lieferung betrug laut Lieferschein 5.625 kg, also 5,6 Tonnen!

Übrigens sagte der Fahrer, dass mit dem LKW nicht genügend Platz für die Fahrt bis vors Haus sei und er deshalb am Rand des Baugebietes geparkt habe.
Materiallieferung Rigipsplatten per Flurförderzeug

Materiallieferung Rigipsplatten per Flurförderzeug

Für den Stapler waren noch drei weitere Fahrten nötig, so dass er in Summe 192 Rigipsplatten auf vier Paletten verteilt brachte. Das war der erste Streich, der zweite folgt sogleich.

Dies war die Lieferung der Dämmwolle (Steinwolle) von Rockwool.

Dazu fuhr ein langer bis unters Dach beladener LKW ein, der es direkt bis vors Haus schaffte; genau wie auch die Massa-Tieflader knapp zwei Wochen zuvor. Dem Rigipsplatten-Fahrer war vermutlich die Nutzung des Staplers schlicht bequemer und wohl auch gemütlicher. Zurück zur Dämmwolle: Der Fahrer war uns beim Abladen der Dämmwollrollen bis Bordsteinkante behilflich und ließ sich dabei über die massa- und Rockwool-Firmenpolitik aus. Er bezeichnete es auch als Unding, dass die Rollen einfach vors Haus geworfen werden und Massa sich für den geringeren Aufwand weiteres Geld einsteckt.

Steinwolleberg vor dem Haus

Steinwolleberg vor dem Haus

Wir stapelten also die Rollen vorm Haus, erst die 66 Rollen 240mm (Klemmrock 035), dann die 46 Rollen 160mm (wiegen je 19,2 kg) und schließlich die 30 Rollen 40mm (Sonoroll 040), wiegt nur 8,4 kg. In Summe lagerten schließlich 142 Dämmwollrollen mit 2402,4 kg vorm Haus. Zusammen mit den 192 Rigipsplatten ergab sich ein beeindruckendes, um nicht zu sagen erschreckendes, Bild, siehe rechts.

Wir wurden etwas skeptisch, ob dieser Materialienberg mit den von Massa kolportierten zwei Helfern überhaupt noch am gleichen Tag ins Haus zu schaffen ist. Daher organisierten wir kurzerhand zwei zusätzliche Helfer, was sich später als wertvolle Entscheidung entpuppte.
Bevor die Helfer eintrafen, machten wir uns bereits zu zweit ans Werk und trugen die 40er Rollen rein. Außerdem räumten wir noch etwas Platz frei und überlegten, wie die Rollen und Rigipsplatten sinnvoll zu verteilen sind.
Materialienberg von Steinwolle und Rigipsplatten

Materialienberg von Steinwolle und Rigipsplatten

Als der erste Helfer ca. 15:30 eintraf, warteten wir noch immer auf die dritte Lieferung des Tages. Nun packten wir – im wahrsten Sinne des Wortes – das Reintragen der Rigipsplatten an. Wir stapelten sie im Büro, wo sich am Ende ein ca. 1,70m hoher Stapel mit 92 Rigipsplatten ergab.

Zwei Paletten und damit 100 Platten waren draußen noch übrig. Wir widmeten uns nun der Dämmwolle. Da wir die 40er Rollen bereits reingetragen hatten, blieben noch die 240er und 160er übrig. Diese verteilten wir in den Zimmern im Erdgeschoss gemäß unserer vorherigen Überschlagsrechnung.

Zwischenzeitlich traf auch endlich die dritte Lieferung des Tages ein: Dampfbremsfolie Stärke 0,2mm je 3x25m (7 Rollen), Innenvielzahnschrauben 4x60mm á 250 Stück/Torx (8 Pakete),
Steinwollestapel an der Haustürseite (Wand verputzt)

Steinwollestapel an der Haustürseite (Wand verputzt)

Xella Schnellbauschrauben 40×3,9mm á 1000 Stück für Gipsfaserplatten (8 Pakete), Universalklebeband 60mmx25m Gerband 585 (4 Rollen) und Gerband 185 (19 Rollen) sowie die elastische Abdichtpaste Folienkleber Gerband 6400 je 310 mL (7 Kartuschen). Das Abladen verursachte noch etwas Irritationen, da die Lieferung auf Europalette erfolgte und der Fahrer zum Austausch wieder eine mitnehmen wollte. Kein Problem dachten wir, da wir durch eine vorherige Lieferung eine greifbar hatten. Doch sie war nicht auffindbar und wir vermuteten Diebstahl. Also mussten wir die komplette Lieferung erst von der Europalette räumen. Später stellte sich heraus, dass die Verputzer sich die Palette für ihre sto-Säcke ausgeliehen hatten.

Zurück zur Dämmwolle: Im Erdgeschoss waren genügend Rollen verteilt und im Übrigen auch kaum noch Platz. Wie sollten wir am besten die nötigen Rollen nach oben schaffen, ohne Treppe?
Steinwollestapel an der Haustürseite

Steinwollestapel an der Haustürseite

Fürs Hochwerfen sind die Rollen zu schwer und auch fürs Hochreichen über die Leiter, zudem zu unhandlich. Wir entschieden uns für ein Seil, das wir jeweils an einer Rolle befestigten, um diese über die Leiter als schiefe Ebene hochzuziehen. Von oben zogen wir zu zweit und verteilten die Rollen wieder in die verschiedenen Räume, bis oben gut gefüllt und draußen sowie vor der Leiter im Flur geleert war.

Übrig blieben die zwei zugeschweißten Rigips-Paletten.

Wir entschieden uns, diese als Feuchtigkeitsschutz eingepackt zu lassen und deckten sie zusätzlich mit Planen ab. Reingeschafft werden sie erst am nächsten Tag.

An dieser Stelle möchten wir nochmals allen Helfern herzlich danken, vor allem Christian, Leon, Berti und Ruben! Ohne euch hätten wir das wirklich nicht geschafft, oder wären immer noch am schleppen… DANKE!

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